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Video zu Malaysien unter Travel

Ohne Strom |
2009.02.19
Das übliche 30 Tage Visum zu bekommen ist wie gewohnt einfach und wir laufen fröhlich nach Malaysia. Der Grenzort Penjang ist wie alle bisherigen Grenzorte gammlig klein und voll mit nervigen Menschen. Nur keine Westler. Taxifahrer und Reisebüros wollen uns erzählen wir hätten den letzten Bus um 16 Uhr gerade so verpasst und bieten uns in ihrer widerlich falschen hilfsbereiten Art ein zehnfach teureres Taxi an. Wir glauben, dass wir den günstigen Bus noch erwischen und nach mehrmaligem Fragen und einem 'Fuck You' sagt er uns dann doch wo der Bus abfährt. Tatsächlich hält der Bus an einer nicht gekennzeichneten Stelle doch der Fahrer will unsere thailändischen Baht nicht. Frustriert verlassen wir den letzten Bus nach Kotha Bharu.
Sogleich kommt schadenfroh der Taxifahrer auf uns zu und bietet uns wieder seine überteuerten Dienste an. Dieser Wichser. Ich habe Lust ihn anzuschreien doch im Notfall brauchen wir ihn ja noch. Aber da wir sowieso kein malaysisches Geld haben und weit und breit keine Bank oder wenigstens ein ATM in Sicht ist werfe ich den Planet in die Ecke und setze mich einfach frustriert auf den Boden. Ich bin müde und der Schweiss läuft in Strömen. 40 Kilometer zu laufen kommt nicht in Frage und um uns rum sind nur Felder. Es gibt weder einen Busfahrplan noch Hoffnung das irgendwelche Westler auftauchen die uns helfen könnten. Die Grenze schliesst in einer halben Stunde.
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Wir essen mit Besteck... |
Doch es kommt ein netter Mann dem wir misstrauisch zu einem Geldwechsler hinterherlaufen. Wir rechnen nach und der Wechselkurs ist sogar besser als gedacht. Den Trick mit dem Bus scheint er zu kennen und empfiehlt uns einfach noch ein bisschen zu warten. Tatsächlich. Ein Bus kommt, wir zahlen 10 statt 40 Ringgit und wir fahren mit verächtlichem Blick auf die Taxifahrer Richtung Kotha Bharu.
Kaum kommt man über die Grenze schon hat man das Gefühl in einer ganz anderen Kultur zu sein. Muslime mit Kopftüchern, Gebäude im islamistischen Stil und etliche Moscheen tauchen hinter den Busfenstern auf. Die Fahrt ist nichts für Leute mit schwachen Wirbelsäulen. Zwischen den Schlaglöchern ist kaum noch Strasse übrig. Mittlerweile ist es dunkel und an der kaum beleuchteten Busstation von Kotha Bhora steht ein kostenloser Pickup zum Ideal Guesthouse. Wir haben kein Bock mehr auf Verhandlungen und Misstrauen und steigen einfach ein.
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...Die Locals mit der Hand |
Der freundliche Fahrer bringt uns zum Guesthouse seiner Eltern welche uns nach unserem 12-Stunden-Trip herzlich Empfangen. Ein krasser Kontrast zum ersten Eindruck im Grenzort heute mittag. Gleich beim einchecken buchen wir die Weiterreise für morgen früh. Immerhin geht's erst um acht los statt um sechs. Wie gestern Abend wollen wir nur ins Bett fallen doch der Hunger treibt uns noch mal raus. Statt McDonald gehen wir zum Foodmarket. Durch den Hunger sieht alles in den Auslagen der Fahrbahren Essenstände lecker aus. Wir essen Pfannkuchen mit Banane und Rosinen. Danach süssen gelben Reis mit scharfen Gurken und zum Abschluss Frühlingsrollen mit Sesam. Hier isst jeder mit den Fingern. Glücklich und zufrieden wird uns Kotha Bharu als eine der leckersten Städte in Erinnerung bleiben. |

Aussicht aus unserem Bungalow |
2009.02.20
There is no ATM on Pulau Perhentian. Zum Glück hing diese Botschaft in Grossbuchstaben an der Wand unseres Zimmers. Also besorgen wir noch Geld für die kommende Woche und fahren in einem shared Taxi ins 65 Kilometer entfernte Kuala Besut. Der alte Taxifahrer hätte als Rennfahrer wohl mehr Geld verdient. Dennoch kommen wir sicher am Pier an und werden in ein Fastboat verladen. In dem kleinen Fastboat werden wir zum ersten mal gebeten Schwimmwesten zu tragen. Mit etwa zehn anderen Touristen an Bord gibt der Captain richtig Gas. Überrascht von der Beschleunigung verliere ich fast das Gleichgewicht und nach den ersten paar Sprüngen über die Wellen bricht unter einer recht dünnen Touristin die Sitzbank in zwei Hälften. Der Besitzer lacht 'already broken' =)
Der Pier von coral bay auf pulau perhentian kecil ist traumhaft. Das Wasser ist flach und der Meeresboden voll mit Korallen. Nachdem wir an ein paar Rezeptionen nach Preisen gefragt haben checken wir für 30 Rm in einen Bungalow auf Stelzen am Berghang ein. Wir haben einen schönen Blick übers Meer und auf die anderen Inseln. Bäume spenden dem Bungalow Schatten und sorgen für angenehmes Klima. Strom gibt es auf der ganzen Insel nur nach Einbruch der Dunkelheit.
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Long Beach |
Nach einem 10 minütigen Marsch durch den Dschungelpfad kommen wir an einem Lizard vorbei der von Kopf bis Schwanz knapp zwei Meter lang ist. Zum Glück hat er mehr Angst vor uns, als wir vor ihm und ergreift schnell die Flucht. Auf der anderen Seite der Insel angekommen werden wir am Long Beach von kristallklarem Wasser und sauberem Sand empfangen. Auch wenn die Maya Bay in Thailand immer noch den besten Gesamteindruck hinterlassen hat so hat der Long Beach definitiv das schönste Wasser. Es ist Low Season und viele Resorts sind nicht offen oder im Bauzustand. Überhaupt scheint alles sehr verschlafen.
Zurück am Lizard vorbei schauen wir an Coral Bay den Sonnenuntergang an und sehen die Schatten von springenden Fischen über dem Meer. Im Senja Cafe unseres Resorts gibt es Oreo Shakes. Nicht so geil wie in Boston aber sicherlich eine Rarität. Ein Beamer zeigt uns einen Horrorfilm auf HBO und zurück im Bungalow geht dann auch der Strom.
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Oreo Shakes im Paradies =) |
2009.02.21
Seit fünf Tagen schlafen wir zum ersten mal wieder aus. Um 11 geht dann der Strom samt Ventilator aus und wir flüchten aus der Hitze des Bungalows. Im Restaurant vor Ort bestelle ich Roti Canai - diese Pfannkuchen mit Curry - und nen Orangensaft für nen Euro.
Bis um 17 Uhr liegen wir im Bett. Die letzten Tage waren kräfteraubend. Das Mittagessen im Amelie Cafe am Strand ist so günstig dass wir viel zu viel bestellen und für zwei Euro pro Person mit schmerzendem Magen durch den Dschungel nach Long Beach gehen. Wieder kommen wir an einem Lizard vorbei und diesmal rennt niemand davon.
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Verschnaufpause im Schatten. |
Schwimmen am Long beach ist einfach ein Traum. Keine Algen, keine Quallen, kein Dreck, keine Steine. Einfach nur weicher Sand, seichte Wellen und türkises Wasser. Zwei Touris welche wir vor einem Monat in Vietnam getroffen hatten erkennen mich an meinen Dreads und wir tauschen Highlights der Reise und Empfehlungen aus.
Auf dem Weg nach Hause werden die Kopfschmerzen stärker die mich seit gestern verfolgen und fesseln mich ans Bett. Ich lese zufällig über das Dengue Fieber welches durch einen Moskito übertragen wird und Symptome wie Müdigkeit und Kopfschmerzen über den Augen aufweist. Gefolgt wird es von Fieber, Schock, Ohnmacht, Halluzinationen, Delirium und Schmerzen in Gelenken und Muskeln welche so stark sind dass es auch breakbone Fieber genannt wird. Es kann nicht durch Medikamente behandelt werden und wird nur durch Schmerzmittel gelindert. Nach einer Woche legt es sich kurz um dann mit voller Wucht in die zweite Runde zu gehen. Etwa drei Wochen nach dem Stich wird man aus dem Krankenhaus entlassen.
Aber Jenny verarztet mich mit Thomaphirin und Benuron und gegen 3 Uhr nachts schlafe ich ein.
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Pulau Perhentian |
2009.02.22
Vor unserem Fenster brennt ein Feuer. Da ich nur das Jucken von Moskitostichen an meinem Körper spüre bin ich die Kopfschmerzen wohl los. Erleichtert begutachte ich wie ein Haufen gesammeltes Laub am Hang verbrannt wird. Sowieso sehen wir jeden Tag Müll oder sonstige Sachen wie Reifen und Baumaterial brennen. Gibt ja auch keine Müllabfuhr.
Nach einem üppigen Frühstück mieten wir uns für nen Euro pro Stunde ein Kajak und in unseren Life Jackets paddeln hinaus aufs Meer. Während wir am anfangs noch vergleichsweise langsam vorankommen, kommen wir später doch relativ schnell mit gleichzeitigen Paddeln vorwärts. Wir legen an kleinen, mit Felsen und Palmen umringten, einsamen Stränden an und schnorcheln mit den Fischis. Die Sonne wird ab und zu von Wolken verdeckt und verbrennt uns nicht. Mit dem Kajak unterwegs zu sein ist einfach toll. Man fühlt sich so frei auf offenem Meer. Wir kommen relativ schnell voran und nehmen uns die Freiheit an Orten zu bleiben welche man zu Fuss gar nicht erreichen könnte. Nach zwei Stunden zurück an Land fühlen wir uns wie neu.
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Moskitostich am Fuss |
Im luxuriösen Bungalow jagen wir eine Kakerlake doch sie flitzt schnell hinter den Schrank. Ich wische die Ameisen vom Bett und sprühe die dritte Ladung Deet gegen Moskitos auf meinen Körper. Doch der listige Moskito sticht mir eben in die Sohle. In der Finsternis wagen wir uns durch den gruseligen Dschungel. Die Taschenlampe erzeugt gespenstische Schatten und körperlose Augenpaare reflektieren aus dem Dunkel zurück. Endlich kommen wir auf der anderen Seite an doch können auch hier keine Party entdecken. Bier ist mit 2 Euro eh so teuer wie nie.
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Die grosse weite Welt |
2009.02.23
Im Prospekt unseres Resorts entdecken wir das die Nacht in unserem Bungalow statt 6 eigentlich 26 Euro kostet. Aber es ist low-season und sogar im Restaurant gibt's 30% off. Nach dem 60 Cent Frühstück bei welchem eine Tasse Kaffee zwei Cent kostet, lassen wir uns von einem Taxiboat zur Nachbarinsel fahren. Wir fahren vorbei an Resorts welche einen eigenen kompletten Privatstrand haben und nur per Boot zu erreichen sind. Es ist kein Mensch zu sehen.
Etwa zehn Minuten später gehen wir auf Big Island an Land. Auch hier ist der weiche Sand und das türkise Wasser menschenleer. Die schönen Strandbungalows stehen einsam aufgereiht am Meer und warten auf Bewohner. Angeblich soll es zur Hauptsaison schwer sein hier eine Unterkunft zu bekommen und wir sehen ständig fleissige Locals die neue Bungalows bauen. Wir wollen durch den Dschungel zum nächsten Strand laufen doch der Pfad hier ist im Gegensatz zu unserem nicht ohne feste Schuhe und lange Hose begehbar. Wir kommen an verfallenen Touristenburgen vorbei und steigen Treppen hinauf deren Geländer schon seitlich in die Tiefe gestürzt sind. Es wirkt wie eine Tempelruine der Gegenwart.
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Beach Life |
2009.02.24
Wir mieten wieder ein Kajak und paddeln mit brennenden Muskeln an einen Strand an dem wir alleine sind. Es fängt an leicht zu nieseln und wir geniessen die kühle Erfrischung. Von einem Leuchtturm im Wasser soll man herunterspringen können doch als wir ankommen sehen wir Felsen aus dem Wasser ragen und gehen das Risiko lieber nicht ein. Obwohl es ein stark bewölkter Tag war kommen wir mit Sonnenbrand zurück und verbringen den restlichen Tag im Bungalow.
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Senja Beach Resort |
2009.02.25
Reisen wird langsam ein gewohnter Bestandteil unseres täglichen Lebens. Auschecken, zum Pier gehen, ins Boot steigen, Boot wechseln, ans Festland fahren, Taxifahrer abwimmeln, verhandeln, Gepäck in den Bus werfen, Sitzplatz suchen und die Landschaft vorbeiziehen sehen ohne auch nur daran zu denken, dass es ein besonderer Tag sein sollte. 45 Tage unserer Reise sind vorbei und 40 stehen noch bevor.
In Malaysia ist alles anders und doch alles gleich. Same Same but different. Die Moscheen sind prächtig und alle Frauen tragen Kopftücher. Alle sind relaxt, Uhrzeiten oder Fahrpläne gibt es selten. Nicht mal eine ausgeschilderte Busstation finden wir. Das wissen nur die Locals, meist sind sie einfach an einer Strassenkreuzung. Mir fällt es schwer auf Planung und Organisation zu verzichten und jeden Tag aufs neue ins Ungewisse zu starten. Wie wir in die nächste Stadt kommen oder wo wir heute Abend schlafen werden ergibt sich dann eben erst wenn's soweit ist.
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Kuala Terrengganu |
Auf dem Weg nach Kuala Terengganu stehen nur vereinzelt kleine heruntergekommene Hütten zwischen grünen Palmenwäldern. Oft liegen verrottende Autowracks oder LKWs im Graben am Wegesrand und werden langsam Bestandteil der Natur.
Kuala Terenganu ist relativ klein und schön ruhig. An der Busstation gibt es trotzdem einen McDonald. Wir nähern uns dem Äquator und die Mittagssonne brennt senkrecht vom Himmel. Es gibt kaum Schatten in denen wir uns verstecken können und unser Sonnenschutz ist seit gestern leer. An der nördlichen Küste gibt es einen 200 Meter hohen Festungshügel, welcher im Bürgerkrieg als Kanonenbasis diente. Die Aussicht über das sonst flache Land ist den Aufstieg wert. Auf der einen Seite das Meer, auf der anderen eine weiss leuchtende Moschee. Schöne Parkanlagen und kleine Häuser prägen die kleine Stadt.
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Sonnenbrand im Schatten |
Ein paar Gehminuten entfernt, durchqueren wir die Hauptstrasse von Chinatown. Schlauerweise ist es eine Einbahnstrasse und daher nicht so stressig wie in anderen Städten. Detailreiche Häuserfassaden sind liebevoll restauriert und in bunten Farben bestrichen. In der ganzen Stadt haben wir noch keine Westler gesehen und die Locals wissen auch nicht so recht was sie mit uns anfangen sollen.
Taxen oder TukTuks gibt es keine, also laufen wir in den Süden am Meer entlang. Kinder lassen bunte Drachen steigen und verliebte Pärchen sitzen auf Bänken um den Wellen zuzuschauen. Wir erreichen den herbeigesehnten FoodCourt und essen Aiskrem Goreng. Wie der Name vermuten lässt handelt es sich um Eis. Aber die Kugel Vanilleeis die wir bekommen wurde vorher frittiert und erinnert an einen gigantischen Windbeutel. Die knusprige warme Teigmasse schmeckt ein bisschen wie Waffel und hält die langsam schmelzende Eismasse dicht verschlossen. Lecker Lecker.
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Wir sind gespannt auf Singapur |
2009.02.26
Wir reisen in dem besten Bus, den wir in Asien bis jetzt gesehen haben. Transnasional bringt uns in bequemen Sitzen innerhalb von 10 Stunden an die Grenze von Singapur. Innerhalb von 5 Minuten werden wir durch das moderne und saubere Grenzgebäude geschleust, das es eher an einen Flughafen erinnert.
Nächstes Kapitel: Singapur
Wir kehren etwa eine Woche später wieder nach Malaysien zurück um Kuala Lumpur zu besichtigen:
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Erster Eindruck Kuala Lumpur |
2009.03.05
...Doch nach der 5,5-stündigen Fahrt im Luxusbus holt uns beim Aussteigen in Kuala Lumpur die asiatische Realität wieder ein. Verkäufer stellen sich in den Weg und drängen uns zwischen T-Shirt-Stände während nebenan ein Presslufthammer wütet. Gehwege sind nicht vorhanden oder vollgestellt und so bahnen wir uns im Slalomlauf unseren Weg zwischen Garküchen und Rollern. Nach ein paar Fehlschlägen finden wir dann auch ein sauberes Hostelzimmer für eine Nacht irgendwo im Golden Triangle.
Wir ziehen los und suchen in Chinatown ein Hostel, das günstiger und ausserdem für mehr als eine Nacht zu haben ist. Chinatown ist hier besonders hässlich und stressig. Wir gehen hinter einem Strassenrestaurant um die Ecke durch einen Gang, der die Kulisse eines Horrorfilms sein könnte und nach Pisse stinkt. Ein paar wirklich heruntergekommene Zimmer in denen man ausser dem Bett keinen Platz findet seinen Backpack abzustellen. Fenster gibt es auch meistens nicht und so fühlt man sich eher wie in einer Gefängniszelle als in einem Hostel. Im nächsten Hostel liegt die Rezeption hinter einer Bar, in welcher besoffene, alte Locals rumlungern, aber immerhin werden wir auf dem Weg zur Zimmerbesichtigung von einer netten Kakerlake begrüsst.
Vielleicht hatten wir einfach einen schlechten Tag oder sind von Singapur verwöhnt, aber bis jetzt macht Kuala Lumpur keinen guten Eindruck.
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Petronas Towers |
2009.03.06
Glücklicherweise erfahren wir morgens, dass wir in unserem Hostel im Golden Triangle bleiben können. Das kostet zwar 11 Euro fürs Zimmer aber nach allem, was wir gestern in Chinatown gesehen haben, ist es das auch wert. Nach dem Frühstück und einem steilen Weg durch den Moskitodschungel besichtigen wir den Fernsehturm. Von dem Berg, auf dem der Turm steht, hat man schon eine gute Aussicht und wenn man durch ein paar Türen geht, die nicht abgeschlossen sind, kommt man auch auf den hinteren und schöneren Teil der Aussichtsplatform ohne für einen teuren Aufzug zu zahlen. Hinter den vereinzelten Hochhäusern zeichnen sich grüne Berge ab. Der Aufstieg hat sich gelohnt, jedoch erfahren wir später, dass es auch einen kostenlosen Shuttlebus gibt, der einem den Moskitodschungel erspart.
Zwanzig Minuten später stehen wir vor dem Wahrzeichen Kuala Lumpurs - den Petronas Towers. Zwei silberne Türme, die durch eine Brücke im 43. Stock verbunden sind und schon aus weiter Entfernung zu sehen sind. Bis 2004 waren es die höchsten der Welt. Die Architekten können stolz auf sich sein, denn auch wenn die Höhe nicht so extrem wirkt, so sind die verbauten Materialien und die Formen des Turms um so schöner. Um die Türme herum liegt ein Parkgelände mit Brunnen, Spielplatz und sogar kostenlosem Freibad (Planschbecken). Allerding lungern überall nervige Securities, die unter Einsatz von Trillerpfeifen alles mögliche verbieten. Also sitzen wir brav mit angezogenen Schuhen auf einer Bank statt den Sonnenuntergang liegend auf einer Wiese zu geniessen.
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KL hat auch schöne Seiten |
2009.03.07
Wir wollen heute eine der grössten Moscheen Asiens besuchen und quetschen uns in die gewohnt überfüllte Monorail. Beim Aussteigen fangen unsere Augen an zu brennen. Wir flüchten von den Ventilatoren, reiben uns die Augen und begutachten einen von der Natur aufgefressenen Autofriedhof. Eine Querstrasse weiter scheint schon wieder etwas in der Luft zu sein, denn wir laufen wieder mit fast geschlossenen Augen vorwärts. Polizeikollonnen schlängeln sich durch den Verkehr und machen laute Durchsagen. Vor uns bildet sich eine Traube von Menschen und wir versuchen mit zusammengekniffenen Augen zu sehen, was vor uns liegt. Ein englisch sprechender Mann rät uns nicht weiter zu gehen, da weiter vorne eine Demonstration stattfindet und Tränengas eingesetzt wird. Da uns drei Blocks entfernt schon die Augen brennen, beschliessen wir nicht weiter zu gehen und stattdessen mit der Monorail über die Gefahrenzone zu schweben.
Strassen sind gesperrt, die Polizei steht mit grossen Schilden auf einer Brücke und tausende von Menschen in weissen Gewändern quetschen sich entlang einer mehrspurigen Strasse. Die Quelle des Tränengases können wir nicht ausfindig machen, aber so heftig wie es in den Augen brennt, ist es wohl an einem Ort wo jetzt keine Menschen mehr stehen. Wir beschliessen uns lieber fernzuhalten und verschieben den Moscheebesuch auf ein ander mal. Wiedereinmal hat Kuala Lumpur keinen guten Eindruck hinterlassen.
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Vor der Moschee |
2009.03.08
Ich verschlaf mal wieder das Frühstück, aber Jenny bringt mir ein leckeres Stück Bananenkuchen aufs Zimmer. Im Gegensatz zu Singapur spüren wir hier die Nähe zum Äquator. In der prallen Mittagssonne tropft der Schweiss und bleibt hinter uns auf dem Gehweg liegen. Immerhin können wir zurückschwimmen.
Die Monorail bringt uns wieder in die Nähe der National Mosque, doch in Kuala Lumpur hat man nicht an Fussgänger gedacht. Wir können die Moschee zwar schon sehen, doch leider stehen uns oft Mauern, Zäune oder ein Fluss im Weg. Also drängeln wir uns durch Chinatown, kommen an Schrottplätzen vorbei und laufen durch dreckige Unterführungen die selbst, wenn wir die Luft anhalten, noch nach Pisse stinken. Eine gefühlte Stunde später kommen wir entnervt und erschöpft an der Moschee an.
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Wir in lila Roben |
Doch Überraschung Überraschung, die Moschee öffnet ihre Türen für Touristen erst in einer Stunde. Ein weiteres mal verfluche ich Kuala Lumpur und setze es auf meine persönliche Liste der nicht weiterzuempfehlenden Orte. Drumherum gibts nicht viel zu sehen und laufen können wir auch nicht mehr, also warten wir im Schatten bis sich die unmotivierten Mitarbeiter der Moschee erbarmen uns hinein zu lassen.
Wir ziehen die Schuhe aus, bekommen lilane Gewänder mit Kapuzen und dürfen die grosse und gepflegte Anlage betreten. Hunderte von weissen und schwarzen dünnen Säulen umgeben einen grossen Gebetsraum, dessen türkises Dach die Form einen 13-zackigen Sterns hat. Das Gelände ist weitläufig und bietet schöne Aussichten auf die Stadt. Das eigentliche Highlight sind die lilanen Gewänder, die jeder Besucher mit unpassender Kleidung tragen muss. Die paar Touristen vor Ort machen mehr Fotos von ihren Kutten als von der Moschee.
Auf dem Rückweg kommen wir noch einmal am Merdeka Square vorbei. Der Platz ist gross und besteht hauptsächlich aus grüner Wiese umringt von interessanter traditionell islamischer Architektur, doch die Abwesenheit von Schatten treibt uns schnell weiter zur Metro. Der eigentlich nahe dreistündige Ausflug zur Moschee hat sich zwar gelohnt, doch ich schlafe vor Erschöpfung ein und verlasse das Bett bis zum nächsten Morgen nicht mehr.
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Batu Caves |
2009.03.09
Im strömendem Regen fährt der Bus zu den 13km nördlich gelegenen Batu Caves. Die Fahrt kostet nur 40 Eurocent. Vor Ort flüchten wir ersteinmal in ein trockenes Strassenrestaurant und warten bis der Regen aufhört. Wir können schon von weitem die 43 Meter hohe goldene Statue sehen, neben der eine bunte Treppe in den Berg führt.
Der Eingang zu den ersten Stufen erinnert eher an einen Zoo. Unzählige Affen wuseln umher und streiten um geklautes Essen. Taubenschwärme kreisen am Himmeln und picken Körner vom Boden. Die Stufen sind nummeriert und nach etwa hundert kommen noch blutsaugende Moskitos hinzu. Oben angekommen finden wir auch noch Katzen, Hühner und Fledermäuse. Jährlich pilgern hier etwa eine Million Gläubige und Touristen hinauf, um sich ihren Segen abzuholen oder Fotos zu machen. Eine kleine Affenherde überfällt einen Mann und klaut ihm eine Staude Bananen. Selbst schuld.
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Diebische Affenplage |
Nach etwa 260 Stufen stehen wir vor einem grossen Höhleneingang. Dicke Regentropfen fallen von der etwa 30 Meter hohen Decke. Jenny entdeckt eine alte Omi, die sich wohl seit ihrer Kindheit die Haare nicht mehr hat schneiden lassen, denn bevor ihr dicker, verfilzter Zopf den Boden erreicht, sind die Haare umgeschlagen und führen zurück zum Kopf. Wir sehen bunt bemalte Menschen in lustigen Kleidungsstücken und arbeiten uns Schritt für Schritt durch den glitschigen Schlund der Höhle. Hier und da ist ein bunter Schrein aufgestellt und die Figuren stellen landschaftliche Szenen mit Tieren da. So sehen wir auch eine Kuh mit Menschenkopf und nackten Brüsten. Viele der Gläubigen haben einen roten Punkt auf der Stirn, die Babys oft glatt rasierte, mit goldener Farbe beschmierte Köpfe. Es wird gebetet, gehuldigt und gespendet. Alles ist schön bunt und lädt zum entdecken ein doch der Regen strömt in kleinen Wasserfällen durch die löchrige Höhlendecke.
Natürlich sind die Batu Caves nicht mit Angkor Wat zu vergleichen, aber wer in Kuala Lumpur einen Tag totschlagen muss wird sich über die schöne Tempelanlage freuen. Den Rest des Tages verbringen wir wieder gemütlich im Hostel und gehen nur am Abend noch kurz raus, um an einem Strassenstand etwas zu essen. Die Tage hier sind sehr anstrengend und wir verbringen viel Zeit unter der Klimaanlage. Draussen erleben wir oft pochende Kopfschmerzen oder schwindelgefühle. Wir können sie zwar nicht zuordnen aber sind uns einig dass es mit Kuala Lumpur zu tun haben muss. Immerhin werden wir nicht mehr mit Tränengas geblendet.
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Aus den Petronas Towers |
2009.03.10
Der Wecker schmeisst uns aus dem Bett und wir machen uns gegen neun Uhr morgens auf den Weg zu den Petronas Towers. Die beiden 452m hohen Türme sind durch eine Skybridge im 41. Stockwerk verbunden. Wir bekommen ein kostenloses Ticket für eine Tour auf die Skybridge um kurz vor zwölf. Also schlagen wir zwei Stunden Zeit im Park und in der Mall tot und stellen uns wieder in die Schlange.
Bevor wir in den Aufzug dürfen, müssen wir uns noch einen 3D-Film anschauen, der eher ein Werbevideo für Petronas ist, als wirkliche Informationen vermittelt. Danach gehen wir wie am Flughafen durch einen Metalldetektor und dürfen in den Aufzug. Die 41 Stockwerke rasen wir innerhalb von 41 Sekunden hoch und kommen auf dem unteren Teil der doppelstöckigen Skybridge an. Die Aussicht ist lohnenswert, auch wenn die Scheiben relativ nervig spiegeln. Die Gruppen werden angenehm klein gehalten und so stört es kaum, dass wir zehn Minuten später wieder in den Aufzug müssen.
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Mercada Square |
2009.03.11
Juhu! Weg von der blöden Stadt! Wir verlassen das Hostel um kurz nach sieben, doch Kuala Lumpur hat noch ein Abschiedsgeschenk für uns. Wir steigen einmal von der Monorail in die S-bahn um und kommen an der Station Chow Sin an, um festzustellen dass der Bus zum Flughafen hier nicht abfährt. Auf dem Liniennetzplan ist zwar ein Flugzeug abgebildet und im Planet die Fahrt zum Flughafen über Chow Sin empfohlen, jedoch weiss niemand Bescheid und wir werden zurück in die Stadt geschickt. Also fahren wir nach einigem gehetztem Suchen mit den Backpacks auf den Rücken wieder zurück und steigen am empfohlenen Rayeck Plaza aus. Doch auch hier gibt es keinen Flughafenbus. Mittlerweile sind wir eine Stunde unterwegs, keinen Schritt weiter und die Uhr tickt.
Also entfernen wir uns weiter vom Flughafen, steigen nochmal um und fahren weiter zum Hauptbahnhof. Hier versteckt sich in der letzten Ecke der Eingang zum Express Train, welcher genauso teuer ist, wie die Taxifahrt vom Hostel aus gewesen wäre. Aber wir haben keine Zeit zum Überlegen, rennen zum Geldautamaten, zurück zum Ticketschalter, einmal im Kreis zum Bahnsteig und erwischen gerade noch den wartenden Zug. Mittlerweile sind wir zwei Stunden unterwegs und befürchten, dass wir unseren Flieger nicht mehr erwischen. Es sollte verdammt knapp werden.
Froh endlich sitzen zu können, geniessen wir die angenehme halbstündige Expressfahrt zum Flughafen und sind schon siegessicher. Die Türen gehen auf, Rolltreppen bringen uns zum Check-In. Der Flieger geht in 50 Minuten und wir fragen uns, ob der Schalter noch offen hat. Doch wir können unseren Flug auf der Anzeigetafel nicht finden. Wir fragen am Informationsschalter und werden entsetzt angeschaut. Wir sind am falschen Flughafen.
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Bye Bye Kuala Lumpur |
Wir haben kaum noch Hoffnung, doch rennen zum Taxischalter. Mit den letzten paar Ringgit bezahlt Jenny den Fahrer, wir quetschen das Gepäck gleich selbst in den Kofferraum, knallen die Klappe zu und brausen davon. Immerhin sind die Strassen leer und wir bringen die 18km schnell hinter uns. Wir hüpfen raus, nehmen unser Gepäck, sprinten einfach an der Gepäckkontrolle vorbei und ignorieren die Securities. Niemand hält uns auf.
Eine halbe Stunde vor Abflug und der Checkinschalter hat noch offen. Yeehaaah! Wir checken ein, müssen zum Glück nicht lange warten und laufen durch einen runtergekommenen oder noch nicht fertigen Flughafen direkt ins Flugzeug. Immerhin hat eine Frau kurz halbherzig in mein Handgepäck geschaut. Aber ein Röntgengerät war nicht in Betrieb. Aus dem Fenster schaue ich zu, wie Kuala Lumpur unter mir immer kleiner wird und hebe vor meinem geistigen Auge meinen Mittelfinger. Auf Nimmerwiedersehen!
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Video zu Kambodscha unter Travel
Nächstes Kapitel: Indonesien
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